Führung auf dem Jüdischen Friedhof in Leverkusen-Opladen

Am Sonntag, 14. Juni 2026, um 14 Uhr werden Dr. Günter Junkers und Reinhold Braun vom Bergischen Geschichtsverein Abt. Leverkusen-Niederwupper die Führung über den jüdischen Friedhof an der Robert-Blumstraße leiten. An der ehemaligen Opladener Stadtgrenze ist das einzige noch erhaltene Denkmal, das an die frühere jüdische Gemeinde in Opladen erinnert. 

 

„Während der Judenpogrome, aber auch noch 1966 wurden Grabsteine zerstört bzw. umgeworfen und beschmiert. Ein Findling erinnert mit dem eingravierten Text an die jüdischen Bürger, die in der NS-Zeit 1933-1945 ihr Leben verloren haben. Er wurde 1968 aufgestellt. Auf zwei Säulen sind die Namen der vermutlich 71 hier beerdigten Juden verzeichnet. Heute sind nur noch 32 Grabstellen erkennbar, viele davon ohne Gedenkstein. Der älteste noch erhaltene Stein von 1855 wurde für Veronika Salomon, geb. Cohen errichtet. Ein weiteres Denkmal, das 1993 errichtet wurde, nennt die Opfer der Shoah in Leverkusen. 2002 und seit 2015 sind weitere jüdische Mitbürger hier beerdigt worden. Der Friedhof wurde 1999 in die Denkmalliste der Stadt Leverkusen aufgenommen.

 

Das Gelände des Jüdischen Friedhof an der Robert-Blumstraße (früher: Schlebuscher Straße) im heutigen Gewerbegebiet hatte Samuel Seckel aus Opladen von Johann Wilhelm Kolck vom Rennbaum 1830 erworben und der Jüdischen Gemeinde als Begräbnisplatz zur Verfügung gestellt. In der NS-Zeit wurde der Friedhof zerstört und ein Opladener Bürger beauftragt, das Gelände zu räumen. Der vergrub aber viele Steine im Boden, wodurch wenigstens über 20 der möglicherweise über 70 vorhandenen Grabsteine erhalten blieben und wieder aufgestellt wurden. 

 

Auf einem Foto aus den 1920er Jahren sind weitere Grabsteine erkennbar, die heute verschwunden sind. Nachfragen in Israel, z.B. beim Zionistischen Archiv in Jerusalem, ergaben, es gibt auch dort keine Fotos von diesem Friedhof. 

 

Vorschriften, Begräbniskultur und -gebräuche zum jüdischen Friedhofswesen werden erläutert. Ebenso werden auch Informationen zu einigen der jüdischen Familien, die hier begraben sind, gegeben. Männliche Besucher werden gebeten, eine Kopfbedeckung zu tragen.“

 

Unbenannt-14

 

Beginn der Führung ist an der Robert-Blum-Straße/Ecke B8 Leverkusen-Opladen. Der Eintritt ist frei, um Anmeldung wird gebeten, da der Friedhof klein ist. Anmeldungen an: Geschäftsstelle BGV per Mail an [email protected] oder telefonisch 02171 - 3407801.

 

Quelle: Bergischer Geschichtsverein Abt. Leverkusen-Niederwupper, Foto: StA Leverkusen, Bearbeitung anzeiger24.de: BL

 

Weitere Nachrichten aus Leverkusen gibt es unter www.anzeiger24.de/leverkusen/news/

 


Ihr wollt uns Eure Meinung sagen? Gerne per Mail an

[email protected]

oder als Kommentar bei Facebook.

Euch hat unser Beitrag gefallen? Dann liked und teilt ihn gerne.