Ehemalige Kirche St. Thomas Morus wird Unterkunft für Wohnungslose
Im Leverkusener Stadtteil Schlebusch erhält die denkmalgeschützte katholische Kirche St. Thomas Morus eine neue soziale Nutzung: Aus dem einstigen Gotteshaus soll in den kommenden Wochen eine dauerhafte Unterkunft für wohnungslose Menschen werden.
Das Gebäude war nach schweren Bauschäden und dem Einsturz eines Dachbalkens im Jahr 2016 mehrere Jahre lang unzugänglich und wurde 2021 offiziell profaniert, weil es nicht mehr für kirchliche Zwecke genutzt werden konnte.
Sozialer Zweck im Vordergrund
Anstelle von Gottesdiensten sollen künftig Wohnungen und Betreuungsräume für Wohnungslose entstehen. Das Konzept sieht vor, in dem dreigeschossigen Innenraum neue Apartments einzurichten, die insbesondere Menschen ohne festen Wohnsitz ein sicheres und dauerhaftes Zuhause bieten sollen. Die Umwandlung richtet sich an Personen, die bisher von Wohnungslosigkeit betroffen waren und nun eine dauerhaftere Perspektive suchen.
Die Umbaupläne sehen vor, dass in dem ehemaligen Kirchenbau neben den Wohnräumen auch ein Quartierstreff entsteht, der als gemeinsamer Aufenthalts- und Begegnungsort dienen soll. Dort können Bewohner Beratung, Unterstützung und Gemeinschaft erfahren. Die ersten Einzüge sind laut Planungen im Frühjahr oder Sommer 2026 vorgesehen.
Integration in bestehende Hilfsstrukturen
Das Projekt steht im Kontext der städtischen Wohnungslosenhilfe in Leverkusen, die derzeit bereits mehrere Einrichtungen für obdachlose Menschen betreibt – unter anderem Tagestreffs, Notschlafstellen und Fachberatungsangebote der Caritas-Wohnungslosenhilfe.
Die Nutzung des Kirchengebäudes als Unterkunft soll helfen, den steigenden Bedarf an bezahlbarem und sozial begleitetem Wohnraum zu decken. Nach Angaben der Stadt ist es die dritte größere Unterkunft für wohnungslose Menschen in Leverkusen, die eröffnet wird.
Erhalt der historischen Außenfassade
Obwohl der Innenraum komplett neu strukturiert wird, bleibt die historische Fassade des Kirchenbaus weitgehend erhalten. Die Umgestaltung respektiert den denkmalgeschützten Charakter von St. Thomas Morus und integriert moderne Wohn- und Lebensräume behutsam in das alte Gemäuer – von außen ist die frühere Kirche weiterhin als solcher erkennbar.
Infos: u.a. WDR, Foto: M.W., Bearbeitung anzeiger24.de: BL
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