BMW streicht bis zu 8.000 Stellen – aber ohne betriebsbedingte Kündigungen
29.07.2026Nun erreicht die Krise der deutschen Automobilindustrie auch den bayrischen Autobauer
Als letzter großer deutscher Hersteller hat der Münchener Konzern ein umfangreiches Stellenabbauprogramm angekündigt. Bis Ende 2027 sollen rund 8.000 Arbeitsplätze wegfallen. Anders als bei einigen Wettbewerbern setzt BMW dabei jedoch nicht auf betriebsbedingte Kündigungen oder Werksschließungen.
Nach übereinstimmenden Medienberichten soll der Personalabbau ausschließlich über natürliche Fluktuation sowie ein freiwilliges Abfindungsprogramm erfolgen. Frei werdende Stellen sollen demnach vielfach nicht neu besetzt werden, während Beschäftigte auf freiwilliger Basis gegen eine Abfindung aus dem Unternehmen ausscheiden können. Betroffen sind vor allem Büro- und Verwaltungsbereiche. Die Produktion soll nach aktuellem Stand von den Maßnahmen ausgenommen bleiben.
Das mit den Arbeitnehmervertretern weitgehend abgestimmte Programm dürfte BMW einen dreistelligen Millionenbetrag kosten. Wie hoch die Gesamtausgaben tatsächlich ausfallen, hängt maßgeblich davon ab, wie viele Beschäftigte das Angebot einer freiwilligen Abfindung annehmen. Erste Austritte werden bereits im Laufe dieses Jahres erwartet. Im Jahr 2027 soll das Programm seine größte Wirkung entfalten und sich ab 2028 spürbar in den Geschäftszahlen niederschlagen.
Weltweit beschäftigt BMW rund 154.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, mehr als die Hälfte davon in Deutschland. Da das Abfindungsprogramm hierzulande aufgelegt wird, dürfte ein erheblicher Teil der wegfallenden Stellen deutsche Standorte betreffen.
Mit der Entscheidung reiht sich BMW in die Sparprogramme der gesamten Branche ein. Volkswagen, Mercedes-Benz, Audi und Porsche hatten bereits in den vergangenen Monaten umfangreiche Stellenstreichungen angekündigt. Lange galt BMW als vergleichsweise krisenfest. Doch der deutliche Absatzrückgang auf dem wichtigen chinesischen Markt und eine Gewinnwarnung haben den Handlungsdruck erheblich erhöht.
Ein Stellenabbau dieser Größenordnung ist für BMW allerdings nicht ohne Vorbild: Bereits während der Finanzkrise 2008 hatte der Konzern tausende Arbeitsplätze abgebaut. Damals konnte die Beschäftigtenzahl nach der wirtschaftlichen Erholung wieder deutlich gesteigert werden. Ob sich diese Entwicklung angesichts der anhaltenden Strukturkrise der deutschen Automobilindustrie wiederholen lässt, erscheint derzeit jedoch fraglich.
Quelle: tagesschau
Foto: M.Siebert/Pixabay
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