Bremsen junge CDU-Abgeordnete das Rentenpaket aus?

27.11.2025

Junge Union hält Belastungen für neue Renten ab 2031 für zu hoch

Der Konflikt über die künftige Ausrichtung der Rentenpolitik sorgt in der Regierungskoalition aus CDU und SPD für spürbare Spannungen. Eine Gruppe jüngerer CDU-Bundestagsabgeordneter kündigt an, dem neuen Rentenpaket nicht zuzustimmen. Ihr Hauptargument: Die Koalition dürfe angesichts offener Finanzierungsfragen keine langfristigen Zusagen machen, die weit über das im Koalitionsvertrag festgelegte Maß hinausgehen.

 

Werbebanner-Kaufhof-Galeria-kl

 

Der Koalitionsvertrag sieht keine Regelung bis 2040 vor!

Im Koalitionsvertrag (Seite 21) ist vereinbart, das Rentenniveau von mindestens 48 Prozent des Durchschnittseinkommens bis 2031 zu sichern. Diese Garantie läuft zum Jahresende aus, weshalb eine Verlängerung bis 2031 unstrittig wäre.

 

Die Koalition plant jedoch, zusätzlich schon jetzt eine Garantie bis 2040 (!) gesetzlich festzuschreiben. Genau das stößt innerhalb der „Jungen“ auf Widerstand. Denn für die Zeit nach 2031 sollte laut Koalitionsvertrag zunächst eine Expertenkommission eingesetzt und deren Vorschläge abgewartet werden. Eine solche Kommission hat allerdings bislang weder getagt noch existieren konkrete Empfehlungen.

Kritiker innerhalb der Jungen Union werfen der Regierung daher vor, die eigenen Absprachen zu missachten.

 

***Update***

In einer Nachtsitzung zum Freitag, 28. November 2025, haben CDU, CSU und SPD beraten, wie sie den Knoten lösen könnten.

Am Morgen präsentierten sie ein Ergebnis, das jedoch nicht viel Neues bringt: Das Rentenpaket soll so bleiben wie vereinbart. Ergänzend dazu soll es einen Begleittext geben, der sich an die JU wendet. Laut dem ARD-Hauptstadtstudio heißt es: im kommenden Jahr solle es "eine umfassende Reform des gesamten Altersversorgungssystems der Bundesrepublik Deutschland" geben. Wie diese Reform aussehen soll, soll die Rentenkommission klären. Bis zum Ende des zweiten Quartals 2026 sollen erste Vorschläge vorliegen. 

 

Immer weniger Junge müssen für immer mehr Rentner „arbeiten“

Hinter der Skepsis der jungen CDU-Abgeordneten steht nicht nur der Verweis auf den Koalitionsvertrag, sondern auch eine grundsätzliche Sorge um die Tragfähigkeit des Rentensystems. Die demografische Entwicklung stellt das Umlageverfahren seit Jahren vor zunehmende Herausforderungen: 1964, zum Höhepunkt des Babybooms, wurden rund 1,5 Millionen Kinder geboren, die übrigens in 2031 alle verrentet sein werden! Heute werden aber nur noch etwa halb so viele Babys geboren. Die Folge: Immer weniger junge Beschäftigte müssen die Renten für eine immer größere Zahl älterer Menschen tragen.

 

Experten warnen seit Langem, dass diese strukturelle Schieflage ohne tiefgreifende Reformen kaum dauerhaft zu stabilisieren.

 

Seit Jahren verteilt die Politik „Geschenke“ an Rentner

Erschwerend kommt hinzu, dass die Rentenkasse in den vergangenen zehn bis 20 Jahren durch zahlreiche Zusatzleistungen belastet wurde.

Zu den politisch besonders prominenten Entscheidungen zählen:

  • Die Mütterrente, in mehrfacher Ausgestaltung, die zusätzliche Rentenpunkte für Eltern älterer Jahrgänge gewährt.
  • Die abschlagsfreie Rente ab 63, die langjährig Versicherte früher in den Ruhestand gehen lässt.
  • Weitere rentenpolitische Maßnahmen, die den Anspruch erweiterten, ohne dass die langfristige Finanzierung angepasst wurde.

 

Diese Entscheidungen haben zwar vielen Menschen unmittelbar geholfen, gleichzeitig aber die strukturellen Probleme des Systems verschärft.

Die jungen CDU-Abgeordneten fordern deshalb eine Rückkehr zur haushaltspolitischen Disziplin. Die Koalition müsse erst die Empfehlungen der vorgesehenen Kommission einholen, bevor sie Zusagen bis 2040 festschreibe.

 

Was meint Ihr? Sollen die Renten schon jetzt für die kommenden 15 Jahre festgeschrieben werden?

Kommentiert auf Facebook oder schreibt uns an [email protected]

DeinHilden, DeinLangenfeld, DeinMonheim, DeinHaan oder DerLeverkusener.

 

Weitere Nachrichten gibt es unter www.anzeiger24.de und Deutschland-News

 

Bericht: LT

Foto: alexas_Fotos/Pixabay