Welttag Humanitäre Hilfe – Aktion Deutschland Hilft: Zahl der Angriffe seit 2022 mehr als verdoppelt

19.08.2026

Helferinnen und Helfer werden verletzt, entführt, inhaftiert oder sogar getötet

„Durch häufigere und intensivere Konflikte weltweit sind auch diejenigen stärker gefährdet, die sich um Menschen in Not kümmern“, erklärt die Aktion Deutschland Hilft e.V. und zitiert Daten aus der „Aid Worker Security Database“. Demnach wurden im vergangenen Jahr 1.187 schwere Sicherheitsvorfälle gezählt, von denen 350 für humanitäre Helferinnen und Helfer tödlich endeten. Viele weitere wurden verletzt, entführt oder inhaftiert.

„Zur obersten Maxime der humanitären Hilfe gehören Menschlichkeit und Unparteilichkeit. Wir beobachten jedoch mit großer Besorgnis, dass diese Prinzipien von Konfliktparteien zunehmend in Frage gestellt und Grundsätze des Schutzes missachtet werden“, sagt Maria Rüther, Hauptgeschäftsführerin von Aktion Deutschland Hilft.

 

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Gefahren-Hotspots in Gaza und dem Sudan

Zu den gefährlichsten Orten für humanitäre Einsatzkräfte zählen weiterhin die palästinensischen Gebiete sowie der Sudan. Durch den eskalierenden Konflikt in Nahost hat sich zuletzt auch die Lage im Libanon dramatisch verschlechtert. Im Süden des Landes wurden weite Teile zu Evakuierungsgebieten erklärt.

„Während der Eskalation des Konflikts im Libanon erleben unsere lokalen Einsatzkräfte dieselben Risiken, Bedrohungen und Vertreibungen wie die betroffenen Gemeinschaften, denen sie selbst angehören. Trotz der damit verbundenen Belastungen sind sie jeden Tag zur Stelle, um Kindern und Familien so zu helfen, wie es die Lage gerade erfordert. Am Tag der humanitären Hilfe würdigen wir ihren Mut und ihr unerschütterliches Engagement“, betont Heidi Diedrich, Länderdirektorin von World Vision im Libanon. Besonders lokale Helferinnen und Helfer sind der Gefahr von Angriffen häufiger ausgesetzt, da sie oft näher am Konfliktgeschehen sind oder eher als einer Konfliktpartei zugehörig angesehen werden.

„Je näher am Brennpunkt, umso lokaler wird die humanitäre Hilfe. Daher müssen das Equipment und die Sicherheitstrainings auch für Partnerorganisationen in den Ländern zur Verfügung stehen", ergänzt Lukas Driedger, Abteilungsleiter internationale Zusammenarbeit bei ADRA Deutschland.

 

Sicherheit durch drei Stufen 

In Gebieten, die durch Kampfhandlungen nur schwer zugänglich sind, wird Sicherheit durch drei Stufen gewährleistet: „Wir setzen zunächst auf Akzeptanz unseres Tuns bei den lokalen Akteuren. Es ist die beste Vorkehrung, wenn die Menschen darauf vertrauen, dass wir keine Konfliktpartei, sondern neutral sind", so Driedger. Der zweite Schritt sei der Schutz: Maßnahmen zur Risikominimierung sind beispielsweise schusssichere Westen, vergitterte Bürofenster oder Zäune. Erst in stark eskalierenden Konfliktsituationen greift die dritte Stufe der Abschreckung. Helferinnen und Helfer werden dann etwa von Polizei-Eskorten begleitet.

 

Da stellt sich natürlich die Frage: Wie konnte es soweit kommen, dass Menschen, die andere Menschen retten wollen, selbst so in Gefahr geraten können?

 

Quelle: Aktion Deutschland Hilft e.V.

Foto: ADRA Libanon

bearb: KA

 

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