„Über unsere Zukunft entscheidet niemand ohne uns“: Gen Z startet bundesweite Demo

26.10.2026

Protest für mehr Bildung, Klimaschutz, bezahlbares Leben und gegen Einsparungen und Wehrpflicht

Was in Frankreich als Schülerproteste gegen die Bildungspolitik begann, hat sich mittlerweile zu einem Flächenbrand entwickelt. Denn die Situation eskalierte immer weiter – insbesondere durch linksradikale Gruppierungen. Die Welle schwappte auch nach Spanien, Italien, Portugal und Albanien über – mit unterschiedlichen Auswirkungen. Ist so etwas ebenso in Deutschland möglich? Denn auch hierzulande wächst allmählich der Unmut bei der jungen Generation. Ob wir Gewalt-Szenen und zerstörerische Auseinandersetzungen wie in Südeuropa erleben, bleibt abzuwarten.

Zumindest hat sich nun eine neue Gruppierung namens „Genz Z regelt“ gebildet, die bundesweit Demos angekündigt hat. „Wir sind junge Menschen, die nicht länger zusehen wollen, wie über unsere Zukunft entschieden wird, ohne dass wir gehört werden“, heißt es dazu auf der Homepage.

Am Samstag, 31. Oktober 2026 (also wenn es wegen Halloween ohnehin schon schaurig werden soll), wollen Jugendliche in 23 Städten „für Bildung, Gesundheit, Klimaschutz und ein bezahlbares Leben, gegen die Wehrpflicht und gegen einen Sparkurs auf unserem Rücken“ eintreten.

 

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Veranstaltungsorte sind die Zentren von Hamburg, Bremen, Berlin, Hannover, Magdeburg, Erfurt, Leipzig, Dresden, Köln, Aachen, Düsseldorf, Bonn, Dortmund, Essen, Bielefeld, Frankfurt/Main, Mainz, Nürnberg, Karlsruhe, Stuttgart, Ulm, Freiburg und München.

 

Was fordern die Jugendlichen?

Die Schülerinnen und Schüler fühlen sich benachteiligt bei folgenden Themen:

  • Kaputte Schulen wegen Einsparungen bei Bildung, Sozialem, Kultur und Gesundheit.
    Suchtkliniken für Jugendliche und junge Menschen werden geschlossen, Psychotherapie sei für viele Heranwachsende „kaum noch erreichbar“.
  • Steigende Lebenshaltungskosten – Leben nicht mehr bezahlbar
    Preissteigerungen, hohe Steuern und Armut – diese Sorgen bekommen laut „Gen Z regelt“ zu wenig Aufmerksamkeit.
  • Ungerechte Lastenverteilung auf Kosten der jungen Generation: Während bei der Bevölkerung gekürzt wird, profitieren Großunternehmen, und Milliarden Euro werden in die Aufrüstung investiert, argumentiert die Bewegung.
  • Gegen die Wehrpflicht und Musterung: „Wir sollen für Kriege ausgebildet werden, über die wir nie mitentschieden haben“, heißt es weiter.
  • Gegen mehr Überwachung: Grundrechte sollten besser geschützt werden.
  • Konsequentere Politik für den Klimaschutz: Die Gen Z sei von der Klimakrise am härtesten betroffen, jedoch werden Maßnahmen immer weiter verschoben, beklagen die Initiatoren.

Mehr Details gibt es im Positionspapier.

 

Landesschüler*innenvertretung (LSV) NRW solidarisiert sich

Unterstützung gibt es von Gleichaltrigen, zum Beispiel der Landesschüler*innenvertretung (LSV) NRW: „Die Forderungen greifen Probleme auf, mit denen wir Schüler*innen in Nordrhein-Westfalen immer wieder konfrontiert sind“, sagt Marie Hacker, Mitglied im Landesvorstand. „Wir sitzen täglich in schlecht ausgestatteten Schulgebäuden, in überfüllten Klassenräumen, müssen Stoff nachholen, weil der Unterricht viel zu oft ausfällt oder Lehrkräfte einfach ganz fehlen. Das darf nicht der Normalfall sein. Anstatt an Bildung zu kürzen, sollte sich die Politik für gut ausgestattete Schulen, kleinere Lerngruppen, kostenfreie Bildung und echte Mitbestimmung einsetzen.”

Daher sei es verständlich, dass diese Unterfinanzierung nicht nur in Frankreich, sondern auch bei jungen Menschen in Deutschland Frustration auslöse.

 

„Wir gehen am 31. Oktober auf die Straße, weil wir viel zu lange überhört wurden – vor allem bei Entscheidungen über unsere eigene Zukunft. Wir halten diese Proteste für berechtigt, und wir stehen klar an ihrer Seite“, ergänzt das weitere Vorstandsmitglied Jonas Bechtel, betont aber auch, dass der Protest „laut“ aber auch „friedlich und demokratisch bleiben“ solle: „Versuche, die Proteste für Gewalt oder für andere Zwecke zu vereinnahmen, lehnt die LSV NRW ab. Gleichzeitig erwartet sie, dass Politik und Behörden den Protest junger Menschen respektieren und ihre Anliegen ernst nehmen.“

 

Bericht: KA

 

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