Arbeitskampf auf den Autobahnen

19.01.2026

Tarifverhandlungen zwischen Autobahn GmbH und Gewerkschaften sind ins Stocken geraten

***Update***

Nachdem am Montag, 19. Januar 2026, noch recht unklar war, wo genau die Gewerkschaften Warnstreiks im Zuständigkeitsbereich der Autobahn GmbH durchführen werden, gibt es nun am Dienstagmorgen genauere Informationen

So teilt beispielsweise ver.di NRW mit: 

"Am Dienstag wird es Aktionen und Arbeitsniederlegungen unter anderem in Niederlassungen und Außenstellen der Autobahn GmbH geben, etwa in Nürnberg, Rostock, Stuttgart, Hannover, Montabaur, Hamm, Gelsenkirchen, Köln, Kiel, Hamburg und Berlin. Arbeitskampfmaßnahmen sind auch in den Landesstraßenbauverwaltungen geplant, darunter in Straßenmeistereien sowie in Verkehrs- und Tunnelleitzentralen, etwa in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. In Nordrhein-Westfalen werden am Dienstagnachmittag sämtliche 28 Landestunnel bestreikt, so dass hier und anderswo mit Verkehrseinschränkungen zu rechnen ist. Für die Versorgung von Notfällen ist jederzeit gesorgt, dazu wurden Notdienste vereinbart."

Die Arbeiten auf Baustellen dürften also weiterlaufen.  

 

Weitere Infos werden auch auf autobahn.de und auf den Social Media-Plattformen X und Facebook kommuniziert.

 

ursprünglicher Artikel

"Am Dienstag, 20. Januar 2026, findet der Auftakt zu 'unbequemen Zeiten‘ für die Autobahn GmbH statt“, kündigt Andreas Hemsing von der Gewerkschaft dbb (beamtenbund und tarifunion) an. Denn weil die neue Tarifverhandlungsrunde „ins Stocken“ geraten ist bzw. sich offenbar viel Frust „angestaut“ hat, soll es einen eintägigen Warnstreik an mehreren Standorten geben: „Damit soll deutlich werden, wie wichtig die Arbeit unserer Kolleginnen und Kollegen bei der Autobahn GmbH für die Bürgerinnen und Bürger und für eine intakte Infrastruktur ist."

 

Außerdem sind Kundgebungen geplant:

  • Köln-Deutz von 11 bis 15 Uhr auf dem Willy-Brand-Platz
  • Nürnberg ab 10 Uhr auf dem Kornmarkt mit Zug zur Niederlassung Nordbayern an der Flaschenhofstraße 55
  • In Montabaur von 11 bis 15 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz
  • In Hamm von 11 bis 15 Uhr auf dem Marktplatz
  • In Berlin von 11 bis 15 Uhr auf dem Otto-Weidt-Platz

 

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Baustellen ruhen, Tunnelleitsysteme nicht besetzt

Was bedeutet das nun für die Nutzerinnen und Nutzer der Autobahn?

Wir fragen nach. Ein Sprecher der dbb erklärt uns, dass beispielsweise Verkehrssteuerungsanlagen nicht in Betrieb sein könnten, dass Baustellen ruhen könnten (sofern sie von der Autobahn GmbH betrieben werden und nicht von Subunternehmen) oder Tunnel geschlossen werden, weil die Leitzentralen streiken. Die Folge: noch mehr Stau?

 

Für solche Fälle hat die Autobahn GmbH mit den Gewerkschaften in vielen Niederlassungen so genannte Notdienstvereinbarungen abgeschlossen, teilt uns ein Sprecher mit: „Ziel ist es, den Autobahnbetrieb im Falle von Arbeitskampfmaßnahmen weitgehend gewährleisten zu können, die grundsätzliche Verfügbarkeit des Autobahnnetzes aufrechtzuerhalten und die Auswirkungen für die Verkehrsteilnehmenden und die Wirtschaft so gering wie möglich zu halten.“

 

Was fordert die Gewerkschaft?

Die Entgeltbedingungen wurden durch die Gewerkschaften zum 31. Dezember 2025 gekündigt. Verhandelt werden im Kern ein neues Entgeltpaket, die Laufzeit des zukünftigen Tarifvertrags sowie weitere arbeitsrechtliche Rahmenbedingungen.

 

Die dbb sowie ver.di fordern für die rund 15.000 Beschäftigten der Autobahn GmbH 7 Prozent mehr Lohn bei einem Mindestbetrag von 300 Euro, die Einführung einer „wertigen betrieblichen Krankenzusatzversicherung“ sowie eine Erhöhung der Ausbildungsentgelte um 300 Euro. Bei erfolgreichem Abschluss der autobahninternen Ausbildung soll die Übernahme in die Erfahrungsstufe 2 erfolgen, und das bei „voller Bezahlung von höherwertigen Tätigkeiten ab dem ersten Tag“.

 

Die erste Tarifverhandlungsrunde wurde von den Gewerkschaften vorzeitig beendet – „noch bevor eine substanzielle Erörterung des von der Autobahn GmbH vorgeschlagenen, innovativen und passgenauen Angebots möglich war“, erklärt Sebastian Mohr, Geschäftsführer Personal und Arbeitsdirektor der Autobahn GmhH. „Wir haben die Verhandlungen mit dem klaren Ziel begonnen, im Rahmen eines konstruktiven Dialogs gemeinsame Lösungen zu finden und die Leistung der Beschäftigten anzuerkennen, während wir gleichzeitig unserer Verantwortung als bundeseigenes Unternehmen gerecht werden."

Das Paket habe unter anderem eine Kinderzulage, die Pauschalierung von Zulagen im Betriebsdienst sowie eine Krankenzusatzversicherung beinhaltet

Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 6. Februar 2026 terminiert.

 

Wird es bis zu einem endgültigen Abschluss also noch zu weiteren Streiks kommen?

 

Bericht: KA

 

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