SPD will Erbschaftssteuer neu ordnen – Union blockiert
13.01.2026Millionenerben sollen mehr zahlen
Die SPD bereitet eine umfassende Reform der Erbschaftsteuer vor. Ein erstes Konzept wurde am Montag, 12. Januar 2026, vorgestellt. Ziel der Pläne ist es, kleine und mittlere Erbschaften deutlich zu entlasten, während sehr große Vermögen und Unternehmenserbschaften stärker besteuert werden sollen. Aus der Union kommt dazu deutlicher Widerstand.
Höhere Freibeträge und weniger Steuer für „normale“ Erben
Kernstück der Reform ist eine deutliche Anhebung der Freibeträge. Der bisherige Freibetrag von 400.000 Euro für Kinder, der alle zehn Jahre neu gilt, soll nach SPD-Vorstellungen in einen einmaligen Lebensfreibetrag umgewandelt werden. Im Gespräch ist eine Größenordnung von mindestens einer Million Euro pro Person.
Damit sollen vor allem selbst genutzte Immobilien und normale Geldvermögen steuerfrei bleiben. Hintergrund ist, dass die Freibeträge seit 2009 unverändert bleiben, während Immobilienpreise in vielen Regionen stark gestiegen sind. Dadurch werden inzwischen auch durchschnittliche Häuser häufiger steuerpflichtig.
Schärfere Regeln für große Vermögen und Firmen
Anders sieht die SPD die Lage bei sehr großen Erbschaften. Vor allem die bisher geltenden Sonderregeln für Unternehmenserben stehen auf dem Prüfstand. Nach geltendem Recht können Firmen und große Beteiligungen unter bestimmten Bedingungen nahezu steuerfrei übertragen werden. Die SPD will diese Ausnahmen einschränken oder abschaffen.
Zugleich sollen Schutzmechanismen greifen, damit Betriebe nicht in Schwierigkeiten geraten. Vorgesehen sind etwa Steuerstundungen oder Ratenzahlungen, damit Unternehmen weitergeführt werden können und Arbeitsplätze erhalten bleiben.
Warum das System als ungerecht gilt
Statistiken zeigen, wie stark die bisherigen Regeln große Vermögen begünstigen. In den vergangenen zehn Jahren wurden in Deutschland hundertfach Erbschaften von mehr als 100 Millionen Euro übertragen. In mehr als der Hälfte dieser Fälle fiel keine Erbschaftsteuer an.
Auch Unternehmenserben profitierten massiv: Laut Regierungsangaben wurden seit 2021 Steuern in Milliardenhöhe erlassen. Dadurch wechselten Firmenvermögen im Wert von zweistelligen Milliardenbeträgen nahezu steuerfrei den Besitzer. Möglich machen das vor allem komplexe Verschonungsregeln und rechtliche Konstruktionen wie Holding- oder Stiftungsmodelle, die große Vermögen bündeln und steuerlich abschirmen.
Union lehnt Pläne bislang ab
Die Union warnt vor einer Mehrbelastung von Familienunternehmen und spricht von einer Gefährdung wirtschaftlicher Substanz. Besonders scharf äußerte sich CSU-Chef Markus Söder, der höhere Steuern für Firmen-Erben ablehnt.
Die SPD setzt jetzt auf Verhandlungen: Höhere Freibeträge für kleinere Vermögen, im Gegenzug dazu würden Multi-Millionen-Erben einen größeren Beitrag zu leisten haben.
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Bericht: LT
Foto: u_4ae2nmfhdb/Pixabay
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