Preis-Alarm an der Tankstelle – Bis zu 2,60 Euro pro Liter möglich?

04.03.2026

Bombardierungen im Nahost-Konflikt und Schiffblockade bringen Ölmarkt durcheinander

Geld für eine Tankfüllung auszugeben, das hat noch nie Freude bereitet. Und derzeit ist die Lage erst recht alles andere als erfreulich. Egal ob bei Premium- oder „Billig“-Tankstelle: Für einen Liter Super werden – je nach Region und Tageszeit – derzeit ca. 1,85 bis über 2 Euro fällig. Entsprechend verärgert und verunsichert sind deshalb die Autofahrerinnen und Autofahrer.

 

Der Grund für die Preisexplosion ist auf allen Nachrichten-Kanälen zu erfahren: Die brenzlige Situation im Nahen Osten treibt die Kosten.

Die Militärs der USA und von Israel bombardieren seit Samstag, 28. Februar 2026, Ziele im Iran, um das Regime zu stürzen. Der Iran wiederum feuert Raketen auf Israel. Der Flächenbrand greift sogar auf Nachbarregionen wie Saudi Arabien über.

 

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Tausende von Öltankern gestrandet

Der eigentliche Preistreiber aber ist die Blockade des Iran auf der Wasserstraße von Hormus zwischen dem Persischen Golf, dem Golf von Oman, dem Arabischen Meer und dem Indischen Ozean. Über diese Öl-Transitroute laufen bis zu 20 % der weltweiten Öltransporte.

Tausende von Tankern hängen in dem Nadelöhr fest. Das führt zu Marktverknappungen. Wird das Angebot kleiner, steigen die Preise – ein ganz normaler Marktmechanismus. Das macht sich dann schnell an den Zapfsäulen bemerkbar.

 

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) versucht zu beruhigen und erklärte auf der regionalpolitischen Jahrestagung in Halle: Die Bundesregierung beobachte die Lage intensiv und rechne mit weiteren „Preisaufschlägen“ am Energiemarkt. jedoch „nicht mit schweren Konsequenzen“, berichtet Die Welt. Die Bundesregierung habe ihre Krisenmechanismen und eine Taskforce aktiviert, wie zu Zeiten der Gasmangellage. Eingriffe in den Markt seien noch nicht geplant, erst dann, wenn sie absolut unvermeidbar" sei, so Reiche.

 

Nutzen die Konzerne die Situation aus?

Es gibt aber auch Skeptiker, die den Mineralölkonzernen unterstellen, sie würden die Situation nun ausnutzen.

So meint beispielsweise Esra Limbacher vom Seeheimer Kreis der SPD gegenüber dpa: „Was wir an vielen Tanksäulen in unserem Land erleben, ist schlicht und ergreifend Abzocke." Das derzeitige Benzin und Diesel an den Tankstellen sei „überwiegend zu deutlich niedrigeren Rohölpreisen eingekauft worden“. Es sei nicht zu akzeptieren, dass Konzerne aus Erwartung vor höheren Preisen schon jetzt Aufschläge verlangen. Denn normalerweise dauere es Wochen, bis Rohöl raffiniert wird, in den Handel kommt und an der Zapfsäule landet.

 

Auch Michael Haberland vom Automobilclub „Mobil in Deutschland“ meint: „So schnell kann die Versorgungslage nicht auf die Preise durchschlagen. Das ist eine panische Reaktion. Die Preise an den Tankstellen sind jetzt entkoppelt von den Rohöl-Notierungen.“

 

Und wie geht es nun weiter?

Christian Laberer, Kraftstoffmarkt-Experte beim ADAC, prognostiziert: „Sollte der Ölpreis nicht bald wieder nachgeben, kann der Aufwärtstrend auch über die nächsten Tage anhalten.“

Der ADAC betont zusätzlich, dass Diesel aufgrund seiner Marktdynamik oft sensibler auf geopolitische Krisen reagiere als Super-Benzin.

 

Der Handelsexperte Gerrit Heinemann von der Hochschule Niederrhein warnt, innerhalb von zwei Wochen könnte der Ölpreis auf mindestens 120 Dollar steigen, berichtet die Nachrichtenagentur dts. Das könnte bedeuten: 2,60 Euro für den Liter E10. Ein Liter Diesel könnte in 14 Tagen 2,20 Euro kosten, bei vier Wochen Seeblockade sogar 2,50 Euro.

 

Und die Verbraucher? Die können erst einmal nur hilflos zusehen.

Wer kann, lässt sein Fahrzeug erst einmal stehen. Wer auf sein Auto angewiesen ist, muss jetzt in den „sauren Apfel“ beißen.

 

Bericht: KA
Quelle: Die Zeit / tagesschau / ZDF heute / Die Welt / ADAC / Focus / upday Nachrichtendienst / Yahoo Finanznachrichten / dts / dpa
Foto: anzeiger24.de

 

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