Kein Geldsegen mehr: Zutritt zum Kölner Dom bald nicht mehr gratis
07.03.2026Millionen Touristen, Millionen Kosten – Beten soll aber weiterhin unentgeltlich bleiben
Der Kölner Dom ist nicht nur Wahrzeichen der Rheinstadt, sondern auch eines der bedeutendsten Kirchenbauwerke Europas und UNESCO-Welterbe. Rund 6 Millionen Menschen besuchen jedes Jahr die gotische Kathedrale – bislang kostenlos. Doch künftig sollen Touristen für den Besuch des Doms Eintritt zahlen. Das hat das Kölner Domkapitel nach einer zweitätigen Klausurtagung zur Finazlage beschlossen. Die Diskussion darüber hat bundesweit Aufmerksamkeit ausgelöst.
Nach Angaben des Domkapitels soll die Eintrittsgebühr in der zweiten Jahreshälfte 2026 eingeführt werden.
Der Zugang zum Dom soll jedoch grundsätzlich für Gottesdienstbesucher und Betende kostenlos bleiben.
Die Gebühr richtet sich vor allem an touristische Besucher.
Wie genau künftig zwischen religiösen Besuchern und Touristen unterschieden wird, ist allerdings Teil der laufenden Diskussion. Es sollen wohl verschiedene Bereiche eingeteilt werden. Konkrete Angaben gibt es aber noch nicht.
Auch eine endgültige Preisstruktur ist derzeit noch nicht ausgearbeitet.
Schon heute gibt es einzelne kostenpflichtige Angebote im Dom, etwa die Turmbesteigung (6 bis 8 Euro für Erwachsene), der Besuch der Domschatzkammer oder spezielle Führungen.
Der eigentliche Domraum selbst war bislang jedoch grundsätzlich frei zugänglich.
Warum wird die Gebühr eingeführt?
Hauptgrund für die geplante Eintrittsregelung sind laut Erzbistum „steigende Kosten für Betrieb, Sicherheit und Erhalt der Kathedrale“. Einen Großteil machen die ständige Restaurierung der Sandsteinfassade und die Pflege des riesigen Bauwerks aus.
Die Besucherströme verursachen erhebliche Kosten – etwa für Reinigung, Sicherheitspersonal, Technik oder Infrastruktur. Durch die Eintrittsgelder sollen Teile dieser Kosten künftig mitfinanziert werden.
Wie hoch sind die Kosten für den Erhalt des Doms?
Der Betrieb der Kathedrale ist äußerst kostspielig. Der jährliche Unterhalt des Kölner Doms liegt inzwischen bei rund 14 Millionen Euro. In diesen Kosten enthalten sind unter anderem:
- Bau- und Restaurierungsarbeiten
- Personal und Betriebskosten
- Energie, Sicherheit und Infrastruktur
Nicht enthalten sind dabei die Gehälter der Priester.
Die Finanzierung des Doms erfolgt aus mehreren Quellen:
- Zuschüsse von Land Nordrhein-Westfalen und Stadt Köln
- Mittel des Zentral-Dombau-Vereins
- Unterstützung durch das Erzbistum Köln
- Spenden und Stiftungen
Diese öffentlichen und privaten Beiträge decken allerdings nur einen Teil der Gesamtkosten, erklärt das Bistum.
Eine ausführliche Darstellung der Domfinanzierung gibt es hier.
Viele Menschen gehen davon aus, dass der Dom direkt vom Erzbistum Köln betrieben wird. Tatsächlich ist die Struktur komplexer:
Das Domkapitel ist eine eigenständige Körperschaft des öffentlichen Rechts und damit verantwortlich für den Betrieb, die Verwaltung und die liturgische Nutzung des Doms.
Das Erzbistum Köln ist zwar kirchlicher Träger der Kathedrale, entscheidet aber nicht allein über deren wirtschaftliche Organisation.
Das Domkapitel trifft also zentrale Entscheidungen – etwa über Finanzen, Bauunterhalt oder neue Besuchsregelungen wie die geplante Eintrittsgebühr.
Eine gravierende Veränderung bahnt sich also an. Für Touristen ist das keine himmlische Aussicht…
Bericht: KA
Quelle: Erzbistum Köln / Hohe Domkirche zu Köln / Kulturstiftung Kölner Dom
Foto: anzeiger24.de
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