Geht Euch die Datenschutz-Grundverordnung auch mächtig auf die Nerven?
14.07.2026Zwischen Datenschutz und Dauerfrust – wann ist des Guten zu viel?
***Leitartikel***
Datenschutz ist wichtig. Daran dürfte es kaum ernsthafte Zweifel geben. Schließlich möchte wohl niemand, dass persönliche Daten unkontrolliert gesammelt oder weitergegeben werden. Doch Hand aufs Herz: Geht euch die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) im Alltag inzwischen manchmal auch mächtig auf die Nerven?
Kaum öffnet man eine Internetseite, erscheint als Erstes ein Cookie-Banner. Und das sieht auf jeder Website anders aus. Mal genügt ein Klick auf „Alle akzeptieren“ oder „Ablehnen“. Auf der nächsten Seite muss man sich durch mehrere Ebenen klicken, Dutzende Schalter ein- oder ausschalten und jede einzelne Kategorie bestätigen. Wieder andere Seiten erlauben zunächst nur technisch notwendige Cookies – und fragen beim nächsten Besuch trotzdem wieder von vorne.
Wer an einem Tag mehrere Webseiten besucht, verbringt mitunter mehr Zeit damit, Cookie-Hinweise wegzuklicken als mit dem eigentlichen Lesen.
Und am Telefon? Bitte warten! Hören Sie sich erst einmal unsere Datenschutzhinweise an
Ähnlich nervig sieht es inzwischen am Telefon aus. Wer bei einem Unternehmen anruft, landet häufig zunächst in einer Warteschleife. Doch bevor überhaupt jemand ans Telefon geht, folgt eine ganze Reihe von Hinweisen:
„Der Schutz Ihrer personenbezogenen Daten ist uns sehr wichtig …“
Und nicht selten kommt anschließend der nächste Satz:
„Dieses Gespräch kann zu Qualitätszwecken aufgezeichnet werden.“
Dann wird erklärt, wie man zustimmen oder widersprechen kann. Teilweise muss man dafür sogar eine Taste drücken oder eine Erklärung abgeben. Natürlich ist es sinnvoll, wenn Unternehmen transparent informieren. Doch für viele Anrufer gehören diese Ansagen inzwischen zu den Dingen, die sie einfach nur Zeit kosten.
Ohne Einwilligungen kommt man nicht weiter
Die Beispiele hören dort nicht auf.
- Newsletter dürfen oft erst nach einem Bestätigungslink gelesen werden.
- Apps verlangen beim ersten Start eine ganze Reihe von Freigaben.
- Viele Webseiten fragen zusätzlich nach dem Standort oder nach Benachrichtigungen.
- Selbst beim Besuch einfacher Internetseiten erscheint häufig erst ein ganzes Fenster mit Datenschutz- und Einwilligungstexten.
Alles einzeln betrachtet nachvollziehbar, in der Summe jedoch für viele Menschen einfach nur noch anstrengend.
Hat die DSGVO ihr Ziel eventuell verfehlt?
Eigentlich sollte die Datenschutz-Grundverordnung den Verbraucher stärken. Doch inzwischen klicken viele Menschen Cookie-Hinweise oder Einwilligungen einfach nur noch reflexartig weg, weil sie möglichst schnell zum eigentlichen Inhalt gelangen möchten.
Genau darin liegt das eigentliche Problem: Wer jeden Tag dutzende Hinweise bestätigen muss, liest sie irgendwann gar nicht mehr. Aus einem Instrument für mehr Transparenz wird dann schnell eine lästige Pflichtübung.
Datenschutz ja – aber bitte mit Augenmaß
Datenschutz bleibt wichtig. Daran besteht kein Zweifel. Die Frage ist vielmehr, ob die heutige Umsetzung immer noch dem eigentlichen Zweck dient oder ob viele Regelungen inzwischen eher Bürokratie erzeugen, ohne den Nutzer wirklich besser zu schützen.
Vielleicht wäre weniger manchmal tatsächlich mehr.
Wie seht ihr das?
Gehen euch Cookie-Banner, Datenschutzhinweise und Einwilligungen inzwischen ebenfalls auf die Nerven? Oder sagt ihr: Lieber einmal mehr gefragt als einmal zu wenig? Schreibt eure Meinung in die Kommentare!
Bericht: LT
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