Chaoten jagen Polizei – und kommen oft davon
02.01.2026Werden wir der Gewalt noch Herr?
Die Silvesternacht 2025/2026 hat erneut gezeigt, dass Gewalt zum Jahreswechsel kein Randphänomen mehr ist. In vielen Städten waren Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste nicht nur mit Bränden und Unfällen beschäftigt, sondern wurden selbst zum Ziel von Angriffen.
Besonders in Großstädten kam es zu zahlreichen Übergriffen auf Polizei und Feuerwehr. Einsatzkräfte wurden mit Böllern, Raketen und Flaschen beworfen, Einsatzfahrzeuge beschädigt, Straßen blockiert.
In Berlin verzeichnete die Polizei über 2.000 Einsätze, mehrere hundert Festnahmen und viele verletzte Beamte.
Auch in Nordrhein-Westfalen und anderen Bundesländern meldeten die Behörden Dutzende Angriffe auf Polizisten und Rettungskräfte.
Feuerwehrleute konnten Brände teilweise nur mit Polizeischutz löschen.
Feuerwerk wurde dabei nicht nur unkontrolliert gezündet, sondern gezielt gegen Menschen eingesetzt.
Wer sind die Täter?
Nach Angaben der Polizei handelt es sich überwiegend um junge Männer, oft in Gruppen, häufig unter Alkoholeinfluss. Die Taten entstehen meist aus Gruppendruck, Enthemmung und dem Gefühl von Anonymität in der Menge.
Einen politischen oder terroristischen Hintergrund sehen die Ermittler nicht. Vielmehr geht es um Respektlosigkeit gegenüber Einsatzkräften und eine bewusste Überschreitung von Grenzen.
Fehlende Abschreckung und Frust bei der Polizei
Hinzu kommt ein Problem, das Polizeigewerkschaften seit Jahren benennen: Selbst überführte Täter müssen oft kaum mit spürbaren Strafen rechnen. Verfahren werden eingestellt, Strafen zur Bewährung ausgesetzt oder enden mit Geldauflagen.
Viele Einsatzkräfte berichten von Frustration und Ohnmacht, weil Festnahmen in der Silvesternacht selten zu Konsequenzen führen, die eine abschreckende Wirkung entfalten. Gerade bei Angriffen mit Pyrotechnik bleibt es häufig bei Anzeigen wegen Körperverletzung oder Landfriedensbruch – Delikte, die im Nachgang nicht selten milde geahndet werden.
Die Folge: Gewalt verliert ihren Ausnahmecharakter, Täter rechnen nicht mit ernsthaften Folgen, und die Hemmschwelle sinkt weiter.
Konsequente Strafverfolgung, „kurze“ Prozesse, wirksame Strafen und besserer Schutz von Polizei und Rettungsdiensten müssen konsequent umgesetzt werden.
Bericht: LT
Fotos/Montage: anzeiger24.de
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