Weltglückstag: Warum mehr Deutsche glücklich sind
20.03.2026Ipsos Happiness Report: Was macht die Menschen weltweit zufrieden, oder auch nicht
Zum Weltglückstag am 20. März veröffentlicht das Markt- und Sozialforschungsunternehmen Ipsos den Happiness Report 2026. Über 23.000 Personen in 29 Ländern wurden befragt. In Deutschland bezeichnen sich aktuell 72 Prozent der Befragten als glücklich, ein Plus von 8 Prozentpunkten gegenüber 2025.
Dennoch liegen die Werte unter dem Niveau von vor 15 Jahren, als der erste Ipsos Happiness Report erschien. Den Tiefstwert markierte das Jahr 2025 mit 64 Prozent, den Höchstwert das Jahr 2019 mit 78 Prozent.
Geld oder Liebe: Die größten Treiber und Bremser des Glücks
In Deutschland werden das Gefühl, wertgeschätzt oder geliebt zu werden (40 %), Familie und Kinder (35 %) sowie körperliche Gesundheit und Wohlbefinden (27 %) als die wichtigsten Glücksfaktoren angesehen.
Als stärkste Auslöser für Unglück nennen die Deutschen vor allem die eigene finanzielle Situation (57 %) sowie die psychische (33 %) und die körperliche Gesundheit (32 %).
Für 20 Prozent der Bundesbürger ist die allgemeine wirtschaftliche Lage in Deutschland ein Grund für Unzufriedenheit. Zugleich wird sie (wie in den meisten anderen befragten Ländern auch) besser bewertet als im Vorjahr.
32 Prozent stufen die wirtschaftliche Situation in Deutschland aktuell als gut ein, sechs Prozentpunkte mehr als 2025.
Globaler Blick: Je älter und reicher, desto glücklicher
74 Prozent der weltweit Befragten bezeichnen sich als “glücklich”. Im Vergleich zu 2011 ist das Glücksniveau jedoch niedriger: In 15 der 20 Länder, die bereits damals untersucht wurden, ist der Anteil der Glücklichen heute geringer.
Nur in Spanien, Argentinien, Ungarn, Mexiko und Brasilien ist der Anteil der Glücklichen seit 2011 gestiegen. Das stärkste Minus verzeichnet die Türkei (-30 pp).
Im Jahr 2026 verzeichnen Indonesien (86 %), die Niederlande (84 %) und Mexiko (83 %) die höchsten Anteile glücklicher Menschen. Die niedrigsten Werte weisen Ungarn (54 %), Südkorea (57 %) und die Türkei (59 %) auf.
Weltweit unterscheidet sich das Glücksempfinden je nach Alter und Einkommenslage:
Im globalen Durchschnitt der 29 untersuchten Länder sinkt der Anteil der Glücklichen mit zunehmendem Alter und erreicht in der Altersgruppe der 50- bis 59-Jährigen mit 72 Prozent seinen Tiefpunkt. Danach steigt er wieder an: Bei den über 70-Jährigen bezeichnen sich 82 Prozent als glücklich; der höchste Wert aller Altersgruppen.
Auch nach Haushaltseinkommen zeigen sich Unterschiede im Glücksempfinden: In Haushalten mit niedrigem Einkommen bezeichnen sich weltweit 67 Prozent der Befragten als glücklich, in Haushalten mit mittlerem Einkommen sind es 76 Prozent und in Haushalten mit hohem Einkommen 79 Prozent.
Gleichzeitig gilt die eigene finanzielle Situation als wichtigster Unglückstreiber (57 % weltweit). Eine Ausnahme bilden die Niederlande: Dort steht die psychische Gesundheit an erster Stelle, die Finanzen an zweiter.
Die Gründe
Dr. Robert Grimm, Leiter der Politikforschung bei Ipsos in Deutschland, leitet aus den Daten zwei zentrale Erkenntnisse ab:
Erstens blicken die Menschen in Deutschland trotz zahlreicher Hiobsbotschaften zu Umsatzrückgängen, Stellenabbau und Werksschließungen etwas optimistischer auf die konjunkturelle Lage als noch vor zwölf Monaten.
Die jüngste Ipsos-Umfrage zum Weltglückstag deutet auf eine verhaltene Aufbruchsstimmung in der Bevölkerung hin. "Zugleich bleibt zu hoffen, dass dieser zarte Keim nicht durch neue geopolitische Krisen erstickt wird", so Grimm.
Zweitens sei Wertschätzung ein zentraler Treiber für das Glücksempfinden der Menschen: "Es mag wie ein kitschiger Appell klingen, ist im Alltag aber wirksam: Ein kleines 'Danke' hier und da kann spürbar dazu beitragen, wie wir uns fühlen, und so manche Pflicht leichter machen."
Quelle: Ipsos
Foto: PIRO/Pixabay
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