Rundfunkreform: Das soll sich bei der ARD ändern
28.11.2025Radiowellen werden eingespart, mehr Kooperationen mit ZDF, weniger Texte im Internet
Die Welt im Ganzen und das Nutzerverhalten des TV-Publikums im Besonderen haben sich gewandelt. Das bedeutet auch für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk: Die Sender und Anstalten können nicht weitermachen wie bisher. Außerdem zwingt die Politik, die u.a. die Höhe des Beitrags mitbestimmt, die Intendanten zu Sparmaßnahmen. Daher haben ARD, ZDF, Deutschlandradio und die Bundesländer in den vergangenen Monaten um einen Reformstaatsvertrag gerungen, der nun am 1. Dezember 2025 in Kraft tritt.
Da wird sich einiges ändern. Die ARD hat nun ihre Neuerungen vorgestellt.
Hörfunkprogramme entfallen
Der Reformstaatsvertrag schreibt der ARD die Reduktion auf höchstens 53 terrestrisch verbreitete Radiowellen bis 2027 vor. Das bedeutet nun:
- Zu den Programmen, die terrestrisch wegfallen, gehören PULS, BR24live, BR Verkehr, BR Schlager, MDR Klassik, MDR Tweens, MDR Schlagerwelt, NDR Schlager, NDR Blue, NDR Info Spezial, WDR Event und WDR Die Maus.
- HR, SWR und SR erarbeiten Konzepte, wie „Junge Programme“ und „Infoprogramme“ kooperieren.
- In der Audiothek entsteht ein Kinderprofil für drei Zielgruppen: Vorschule, Grundschule und Pre-Teens. Mausradio (WDR) und Figarinos Fahrradladen (MDR) sollen mit dem KiKA„verzahnt“ werden.
- In der ARD-Mediethel wird außerdem eine digitale Schlagerwelt installiert.
- Der MDR liefert künftig Klassikangebote zum bisherigen BR Klassik zu.
„Soweit die Länder die Pläne unterstützen und die rechtlichen Aufträge für den Hörfunk entsprechend anpassen, beginnt die Umsetzung der Pläne im Jahr 2026“, teilt die ARD mit
Mehr gemeinsame Angebote
ARD und ZDF sollen mehr gemeinsame Angebote erstellen: Zwei im Bereich Information, Bildung und Dokumentation, drei für Kinder, junge Menschen und jüngere Erwachsene. funk und KiKA bleiben erhalten bleiben. Mittelfristig werden diese Angebote ins Digitale überführt.
Texte in Onlineangeboten einschränken
Zeitungsverlage hatten beklagt, dass die TV- und Radiosender zu viele Nachrichten in Textform veröffentlichen – und damit eine Konkurrenz zur schreibenden Zunft darstellen.
Bei tagesschau.de und der Tagesschau-App soll es daher folgende Umstellungen geben:
- Sendung first – erst Audio/Video, dann Text (mit wenigen Ausnahmen, die im Staatsvertrag benannt sind)
- Crossmediale Ausrichtung (übergreifende Planung von Video, Audio und begleitendem Text)
- Verlinkung auf Angebote privater Online-Medien wird weiter ausgebaut
Gesellschaftsdialog
Die ARD will in ihren Talkshows, Reportagen und Beiträgen nicht nur mit Promis und Politikern sprechen und diskutieren, sondern mehr „Debattenräume in unserer Gesellschaft“ schaffen. Das bedeutet:
- Mehr mit den Menschen zu reden, als über sie, um zu verstehen, was sie wirklich bewegt und diese Themen entsprechend in unseren Programmen aufzugreifen.
- Mehr Austausch zu unseren Angeboten anzubieten, wie wir es bereits explizit mit Formaten wie "Mitmischen! bei der tagesschau" machen.
- Mehr Räume für geschützten Austausch und Perspektivenvielfalt schaffen.
„Als Konsequenz verstärken wir unsere ARD-weiten Dialogformate und werden dazu ganz unterschiedliche Genres nutzen: von kritisch-nachfragenden Sendungen über Reportage- und Townhall-Formate bis zu spielerischen politischen Shows wie Die 100“, ergänzt die ARD.
Quelle: ARD Kommunikation
bearb: KA
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