Bundesweite Demos: Schulstreik gegen die Wehrpflicht
03.12.2025Jugendliche wollen nicht zum Dienst an der Waffe gezwungen werden
Das Konzept, freitags nicht zur Schule zu gehen, um für Klimaschutz zu demonstrieren, ist mittlerweile etwas aus der Mode gekommen. Dafür haben viele Jugendliche jetzt ein anderes Reizthema gefunden, um das Prinzip „Schulstreik“ neu zu beleben: Am 5. Dezember 2025 soll es bundesweit Demonstrationen gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht geben – während der Unterrichtszeit.
Was plant die Regierung zur Wehrpflicht?
Zur Erinnerung: Die Bundesregierung plant, die ausgesetzte Wehrpflicht wieder zu aktivieren – um den Staat vor möglichen kriegerischen Angriffen abzusichern.
Zunächst setzt Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius auf Freiwilligkeit. Sollten sich da aber nicht genügend Männer und Frauen melden, soll eine „Bedarfswehrpflicht“ eingeführt werden. ggf. soll sogar eine Auslosung über das Schicksal der jungen Menschen entscheiden.
Das will die Initiative „Schulstreik gegen Wehrpflicht“ aus Hamburg nicht hinnehmen: „Es heißt, wir sollen für Deutschland Krieg führen können. Doch was ist eigentlich mit unserem Recht in Frieden zu leben und selbst zu entscheiden, wie wir unser Leben führen wollen?“, heißt es auf der Internetseite mit dem Aufruf. „Was ist mit Artikel 4 Absatz 3 der Grundgesetzes, nach welchem niemand zum Dienst an der Waffe gezwungen werden darf? Wir wollen nicht ein halbes Jahr unseres Lebens in Kasernen eingesperrt sein, zu Drill und Gehorsam erzogen werden und töten lernen. Krieg ist keine Zukunftsperspektive und zerstört unsere Lebensgrundlage.“
In diesen Städten soll der „Schulstreik gegen die Wehrpflicht“ stattfinden
Schülervertretung NRW: „Staat schürt Angst – wahre Bedrohung kommt von rechtsradikalen Parteien“
Dabei bekommt die Gruppe Unterstützung, zum Beispiel Die Linke in Berlin, die IG Metall Ruhrgebiet Mitte oder die Landesschüler*innenvertretung NRW. Deren Landessekretär Timon Nikolaou erklärt, er sehe „in der stark zugespitzten Darstellung einer russischen Bedrohung eine Form medialer Manipulation, die gesellschaftliche Angst schürt und militärische Maßnahmen rechtfertigen soll“.
Die LSV NRW lehnt jede Form staatlicher Zwangsdienste ab. Der Staat dürfe sich „nicht über Körper, Lebenszeit und Zukunftspläne junger Menschen hinwegsetzen, um geopolitische Interessen durchzusetzen“, heißt es in einem Pressestatement weiter. Engagement müsse „freiwillig bleiben. Die Förderung eines solidarischen Bewusstseins lässt sich nicht durch den Dienst an der Waffe erreichen.“
Der LSV NRW sieht eher eine „Bedrohung für unsere Gesellschaft im Erstarken rechter Akteure, darunter rechtsradikale Parteien, identitäre Bewegungen und demokratiefeindliche Netzwerke. Sie greifen Minderheiten an, schwächen soziale Solidarität, verbreiten Desinformation und untergraben demokratische Institutionen. Der aktive Angriff auf unser Stadtbild stellt eine größere Bedrohung dar als es Russland im Osten der Ukraine.“
Weitere Statements
Hannes Ermert vom Landesvorstand ergänzt: „Der Staat verfügt über unser Leben. In dieses kann und wird er bestimmt mit eiserner Hand eingreifen.”
Juliana Hoffmann vom LSV NRW kommentiert: „Man nimmt uns jegliche Zukunftsaussichten und erwartet nun, dass wir ‚freiwillig‘ für die Menschen einstehen, die uns mit Füßen treten.”
Miguel Beck, Vorstandsmitglied der LSV NRW, meint: „Kämpfen für die Demokratie finde ich gut, nur nicht an der Ostfront.“
Der Verband fordert daher „Diplomatie, Deeskalation und eine nüchterne Debatte. Die gezielte Ausrichtung des öffentlichen Diskurses eines Aggressors von außen wird genutzt, um von innenpolitischen Problemen abzulenken.“
Bericht: KA
Fotos: SimoneVomFeld/Pixabay / KI generiert mit Adobe Firefly
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