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Slow Motion – Langzeitstudien

Hinter "Slow Motion – Langzeitstudien" verbirgt sich ein interaktives Medienprojekt, zu dem sich die Künstlergruppe Les Amis und das Ensemble für zeitgenössische und improvisierte Musik Partita Radicale zusammengefunden haben. Partita Radicale nimmt gemeinsam mit dem Medienkünstler Florian Zeeh in vier Langzeitstudien Phänomene der minimalen Bewegungen des Prozesshaften unter die Lupe. Zusammen begleiten sie die Ausstellung im Wilhelm-Fabry-Museum, die Arbeiten der Künstler*innen Ike Vogt, Harald Hilscher und Uwe Kampf zeigt.

Zu sehen bis zum 20. Januar 2019; geöffnet dienstags, mittwochs und freitags von 15 bis 17 Uhr, donnerstags von 15 bis 20 Uhr, samstags von 14 bis 17 Uhr, sonntags von 11 bis 13 Uhr und 14 bis 18 Uhr.  

Es ist ein vor allem auch akustisch wahrnehmbarer Auftakt, der seinen optischen Widerhall im Raumkonzept von Les Amis findet. Die Kunstformation Les Amis entstand 2017 durch die enge Freundschaft der drei bildenden Künstler, die sich bereits seit den 1970er Jahren kennen. So wie in Musik und Film, aber auch in der Literatur findet sich das Prozesshafte in ihren Werken wieder. Sie spannen mit ihren Arbeiten mal grafisch und installativ, mal bildhauerisch den Raum auf und setzen Bezüge zu ihm.
Es entsteht ein vielschichtiges, vernetztes Gesamtkunstwerk, in dem die Handschrift des Einzelnen immer noch wahrnehmbar bleibt. Ike Vogt hat mit Installationen begonnen, in die sie globale Alltagsgegenstände integriert. Seit 2000 widmet sie sich zudem verstärkt dem Zeichnen und Schreiben. Sie transportiert über ihre Werke Kurzgeschichten, die von Begegnungen mit Menschen zeugen.

Harald Hilscher inspirieren Texturen, die aus unserer Lebenswelt entlehnt sind und aus historischen Illustrationen oder Zeichnungen stammen. Minutiös setzt er vorgefundene Muster und Strukturen in ihrer Vervielfältigung zu etwas Neuem zusammen. Oft sind es interaktive Objekte, die berührt werden wollen, um dann einen Sound zu erzeugen. Sie sprechen die Sinne an und verlassen die Zweidimensionalität. Uwe Kampfs Medium ist das Metall, ausgegangen ist er vom Cortenstahl, ein Material, das sich selbst durch eine Rostschicht vor weiterer Korrosion schützt. Und auch bei ihm sind es die raumgreifenden Elemente, die in seiner Objektgestaltung elementar sind, in denen er Verknüpfungen zur umgebenden Architektur herstellt.

Die Langzeitstudien begründen sich vor allem auch aus der Beständigkeit einer freundschaftlich verbundenen Künstlergruppe, die vornehmlich geprägt ist durch das sinnliche, kulturelle Erleben, zu dem auch der Genuss des gemeinsamen Kochens und Essens gehört. Ein ganzheitliches Konzept, dessen Resultate sich nun in einer bezugsreichen Präsentation vereinen, die Denkanstöße über den Wandel der Dinge in Zeit und Raum geben.

Quelle: Wilhelm Fabry Museum