Stickstoffdioxid: Wie belastet ist die Klotzstraße?

08.07.2019

Grüne lassen bei Büro von anzeiger 24.de die Werte messen

Die Klotzstraße in Hilden – wer hier unterwegs ist, braucht oftmals gute Nerven und etwas mehr Zeit. In der Rush Hour reihen sich die Autos aneinander. Und jeder Fußgänger, der eine Überquerung begehrt, steht erst einmal am Rand und wartet sehnsüchtig auf die nächste Lücke. Seit einigen Wochen ist die Blechlawine noch größer geworden. Der offensichtliche Grund: Die Baustelle auf der Kirchhofstraße und die Umleitung des Verkehrs.

anzeiger24.de liegt direkt an der Klotzstraße und möchte wissen: Wie hoch ist jetzt eigentlich die Belastung wirklich gestiegen? Für die Anwohner und alle, die hier arbeiten.
Zur Wahrheitsfindung hat das Unternehmen einen erfahrenen Partner gefunden: Die Hildener Grünen haben bereits einige Male eigene Stickstoffdioxid-Messungen (NO2) vorgenommen, denn aus Sicht des Landesumweltamtes gab es bislang keinen Anlass, eine Messstation zu installieren.
Erlaubt ist ein EU-Grenzwert von 40 ug/m3 (Mikrogramm pro Kubikmeter). Nach den ermittelten Werten der Grünen lag die Belastung im Februar 2018 auf der Baustraße bei 31,9 ug/m3, auf der Walder Straße bei 47 ug/m3 und auf der Berliner Straße bei 50,2 ug/m3.
Und nun die Klotzstraße?  

Das wird seit dem 5. Juli gemessen. Vier Wochen lang – und bewusst in den Sommerferien, da der Verkehr dort nicht so stark ist. So soll ermittelt werden, ob die Belastung auch zu weniger stark befahrenen Zeiten hoch ist.
Foto oben: Thomas Lopp, Geschäftsführer anzeiger24.de, mit den Hildener Grünen - Klaus Dieter Bartel, Marianne Münnich, Rahel Bott, Hartmut Toska und Lennard Ehlers (v.l.).

 

Zum Einsatz kommt ein NO2-Set zur Bestimmung der Stickstoffdioxid-Konzentration. In einem kleinen Behälter befindet sich ein Passivsammler, der den Schadstoffe aufsaugt. Die Probe wird schließlich zum Labor passam ag für Luftanalysen in Männedorf in der Schweiz geschickt. Je nach Länge der Messzeit können die Experten dort errechnen, wie hoch die NO2-Konzentration ist. 

Wir sind gespannt…

 

Gruene-Hilden-anzeiger24-Klimaschutz-Messstation

Das NO2-Set ist angebracht...

 

Für die Grünen in Hilden steht fest: Hilden hat ein Klimaproblem. „Der Hitzesommer 2018, die Trockenheit, und jetzt der heiße Juni. All das sagt uns: Es muss gehandelt werden“, meint Rahel Bott (18) von den jungen Grünen in Hilden. 

Doch was kann ein Ortsverband auf lokaler Ebene erreichen? „Wir wollen, dass bei Neubauten mehr Dachbegrünungen und Vorrichtungen für Elektroladesäulen festgelegt werden“, nennt Ratsherr Klaus-Dieter Bartel ein paar Beispiele. „Wir brauchen mehr Grün in der Stadt! Wenn Bäume gefällt werden, sollen diese auch nachgepflanzt werden. Das ist doch das mindeste! Auch sollte unbedingt auf insektenfeindliche Steingärten verzichtet werden.“