Stickstoffdioxid: Wie belastet ist die Klotzstraße?

19.09.2019

Grüne und anzeiger 24.de ließen die Werte messen - Das Ergebnis ist nun da!

Die Klotzstraße in Hilden – wer hier unterwegs ist, braucht oftmals gute Nerven und etwas mehr Zeit. In der Rush Hour reihen sich die Autos aneinander. Und jeder Fußgänger, der eine Überquerung begehrt, steht erst einmal am Rand und wartet sehnsüchtig auf die nächste Lücke. Seit Beginn der Baustelle auf der Kirchhofstraße und der Umleitung des Verkehrs ist die Blechlawine noch größer geworden.

anzeiger24.de liegt direkt an der Klotzstraße und wollte wissen: Wie hoch ist jetzt eigentlich die Belastung wirklich gestiegen? Für die Anwohner und alle, die hier arbeiten.
Zur Wahrheitsfindung hat das Unternehmen einen erfahrenen Partner gefunden: Die Hildener Grünen haben bereits einige Male eigene Stickstoffdioxid-Messungen (NO2) vorgenommen, denn aus Sicht des Landesumweltamtes gab es bislang keinen Anlass, eine Messstation zu installieren.

Nun wurde also in Kooperation mit anzeiger24.de vier Wochen lang auf der Klotzstraße die Belastung gemessen. Und zwar bewusst in den Sommerferien, da der Verkehr dort nicht so stark ist. So sollte ermittelt werden, ob die Belastung auch zu weniger stark befahrenen Zeiten hoch ist. Zum Einsatz kam ein NO2-Set zur Bestimmung der Stickstoffdioxid-Konzentration. In einem kleinen Behälter befindet sich ein Passivsammler, der den Schadstoffe aufsaugt. Die Probe wurde schließlich zum Labor passam ag für Luftanalysen in Männedorf in der Schweiz geschickt. Je nach Länge der Messzeit können die Experten dort errechnen, wie hoch die NO2-Konzentration ist. 


Das Ergebnis: die Konzentration lag im Bemessungszeitraum bei erfreulich niedrigen 13,5 ug/m3 (zeitlicher Mittelwert). 

Hier der offizielle Befund des Labors zur Einsicht.

 
Erlaubt ist ein EU-Grenzwert von 40 ug/m3 (Mikrogramm pro Kubikmeter). Nach den ermittelten Werten der Grünen lag die Belastung im Februar 2018 auf der Baustraße bei 31,9 ug/m3, auf der Walder Straße bei 47 ug/m3 und auf der Berliner Straße bei 50,2 ug/m3.

 

 

Also: in den Sommerferien gab es keine allzu hohe Belastung. 

Die Hildener Grünen schlagen eine weitere Messung nach den Herbstferien vor. Denn der November ist besonders verkehrsintensiv, weil viele Menschen vom Rad auf das Auto umsteigen. Außerdem wird die Baustelle auf der Kirchhofstraße noch bis Anfang 2020 bestehen bleiben und daher für mehr Umgehungsverkehr auf der Klotzstraße sorgen.  

 

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Thomas Lopp, Geschäftsführer anzeiger24.de, mit den Hildener Grünen - Klaus Dieter Bartel, Marianne Münnich, Rahel Bott, Hartmut Toska und Lennard Ehlers (v.l.).

 

Für die Grünen in Hilden steht fest: Hilden hat ein Klimaproblem. „Der Hitzesommer 2018, die Trockenheit, und jetzt der heiße Juni. All das sagt uns: Es muss gehandelt werden“, meint Rahel Bott (18) von den jungen Grünen in Hilden. 

Doch was kann ein Ortsverband auf lokaler Ebene erreichen? „Wir wollen, dass bei Neubauten mehr Dachbegrünungen und Vorrichtungen für Elektroladesäulen festgelegt werden“, nennt Ratsherr Klaus-Dieter Bartel ein paar Beispiele. „Wir brauchen mehr Grün in der Stadt! Wenn Bäume gefällt werden, sollen diese auch nachgepflanzt werden. Das ist doch das mindeste! Auch sollte unbedingt auf insektenfeindliche Steingärten verzichtet werden.“

 

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