Corona: Gesundheitsminister schlagen wieder Alarm – was tun?

Booster-Impfung für alle und finanzielle Unterstützung für Pflegekräfte

„Die Lage ist dramatisch“, meinte Klaus Holetschek, Vorsitzender der Gesundheitsministerkonferenz und Bayrischer Staatsminister für Gesundheit und Pflege, am Freitagmittag, 5. November 2021. Solch drastische Worte haben wir schon lange nicht mehr zur Corona-Situation gehört. Denn in den letzten Monaten schien sich die Lage ja – wegen immer mehr geimpfter Menschen – zu stabilisieren und zu beruhigen.

 

Nun aber schrecken uns die Gesundheitspolitiker und Virologen erneut mit steigenden Infektionszahlen, hohen Inzidenzen und neuerdings mit vermehrten Impfdurchbrüchen auf.

 

„Die Vierte Welle erwischt uns mit voller Wucht; es liegen schwere Woche vor uns“, ergänzte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. „1% der Neuinfizierten (also beispielsweise werden 400 von 40.000) landen auf den Intensivstationen." Und obendrein schmeißen immer mehr Pflegekräfte aus Frust oder Erschöpfung ihren Job hin.

 

Was also tun?

Die Gesundheitsminister der Länder haben sich beraten und folgende Beschlüsse verkündet:

 

Die Auffrischungsimpfung (sechs Monate nach der zweiten Impfung) soll für alle Impfwillige möglich sein; also nicht nur, aber vor allem für Menschen ab 70. "Die Booster-Impfung soll die Regel werden, nicht die Ausnahme", so Spahn.

Dafür sollen die Hausarztpraxen zuständig sein, genau das wird aber ein Problem, wenn jetzt alle Zweitgeimpften nach und nach erneut an die Spritze müssen. 

Aber auch die Kommunen und Kreise sollen ihren Beitrag leisten, beispielsweise mit mobilen Impfteams.
Auch eine Wiedereröffnung der Pflegezentren (die zuletzt kaum aufgesucht wurden) ist wieder eine Option. Konkreter wurde es aber beim Pressegespräch nicht. Das sollen die Länder und die Kommunen selber regeln.

 

In Pflegeheimen soll für Besucher eine Testpflicht eingeführt werden, auch wenn sie geimpft oder genesen sind. Diese Tests sollen kostenlos bleiben. So sollen die „vulnerablen“ und am meisten gefährdete Altersgruppen geschützt werden. Eine Impfpflicht für Bedienstete wurde nicht beschlossen.

 

Für die geschlauchten Pflegekräfte wollen die Gesundheitsminister ein klares Signal setzen: Es soll rückwirkend zum 1. November 2021 Zulagen und steuerliche Entlastung für Pflegekräfte geben, die Covid-Patienten behandeln. Aber auch hier wurden keine konkreten Angaben gemacht. „Wer Corona leugnet oder bei der Impfung zögert, sich für unverwundbar hält, der sollte mal mit Pflegekräften sprechen“, meinte Bundesminister Spahn.

 

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Bei Veranstaltungen mit 3G als Zugangsvoraussetzung müssten die Kontrollen verstärkt werden. Was das genau heißt, wurde nicht gesagt.

 

Den Gesundheitsämtern sollen 800 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung gestellt werden.

 

Und wie geht es jetzt weiter?

Was die Minister beschlossen haben, ist noch kein Gesetz oder keine Verordnung.
Jetzt sind die Länder bzw. der Bund gefordert, das alles zu ordnen.

 

Bericht: Achim Kaemmerer
Foto: torstensimon/Pixabay

 


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